Hast du dich jemals gefragt, wie du die Kosten für Medikamente von der Steuer absetzen kannst? Viele Deutsche sind sich unsicher, welche Krankheitskosten absetzbar sind und wie sie die zumutbare Belastung berechnen. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über die steuerliche Absetzbarkeit von Medikamenten, die neuesten Urteile des BFH und erhältst Antworten auf häufige Fragen. Lass uns gemeinsam herausfinden, wie du deine Steuererklärung optimal gestalten kannst!
Krankheitskosten und ihre steuerliche Absetzbarkeit
Krankheitskosten wirken sich steuerlich nur dann aus, wenn sie die sogenannte zumutbare Belastung überschreiten. Erst der Betrag, der über dieser individuellen Grenze liegt, mindert als außergewöhnliche Belastung Dein zu versteuerndes Einkommen. Die Höhe dieser Grenze ist nicht für jeden gleich; sie richtet sich nach Deinem Jahreseinkommen, Deinem Familienstand und der Anzahl Deiner Kinder. Wenn Du wissen möchtest, welche Medikamente kann man von der steuer absetzen, ist die wichtigste Voraussetzung die medizinische Notwendigkeit.
Medikamente und Nachweise
Du kannst selbst bezahlte Medikamente von der Steuer absetzen, sofern eine ärztliche Verordnung in Form eines Rezepts vorliegt. Dieser Nachweis ist entscheidend, um die medizinische Notwendigkeit gegenüber dem Finanzamt zu belegen. Auch moderne Präparate wie beispielsweise Mounjaro Steuer absetzen ist möglich, sofern diese vom Arzt zur Behandlung einer Krankheit verschrieben wurden. Von den Gesamtkosten wird zunächst die zumutbare Belastung Steuer abgezogen; nur die darüber hinausgehenden Beträge führen zu einer Steuerersparnis.
Oft stellt sich die Frage: Kann man rezeptfreie Medikamente von der Steuer absetzen? Grundsätzlich gilt: Auch für apothekenpflichtige, aber rezeptfreie Mittel benötigst Du meist ein grünes Rezept oder eine ärztliche Bescheinigung, die vor dem Kauf ausgestellt wurde. Eine allgemeine Medikamente Steuer absetzen Pauschale gibt es hingegen nicht; es müssen immer die tatsächlichen Kosten nachgewiesen werden. Ab wann kann man Medikamente von der Steuer absetzen? Sobald die Summe aller Gesundheitsausgaben Deine persönliche Belastungsgrenze im Kalenderjahr überschreitet.
Es ist ratsam, alle Belege und Rezepte sorgfältig zu sammeln, da das Finanzamt diese Unterlagen zur Prüfung anfordern kann. Bei chronischen Erkrankungen reicht oft eine einmalige Vorlage der Verordnung aus, dennoch solltest Du alle Nachweise für Rückfragen bereithalten.
Absetzbare Krankheitskosten
Medikamente sind nur ein Teil der Ausgaben, die Du geltend machen kannst. In der Steuererklärung werden verschiedene krankheitsbedingte Kosten addiert. Zu den Posten, die als Gesundheitskosten steuerlich absetzbar gelten, gehören:
- Krankenhausaufenthalte und die gesetzliche Zuzahlung bei stationärer Behandlung,
- Behandlungen beim Arzt sowie zahnarztkosten von der steuer absetzen (z. B. Implantate oder professionelle Zahnreinigung),
- Leistungen beim heilpraktiker steuererklärung wo eintragen: Diese werden unter den außergewöhnlichen Belastungen im Mantelbogen erfasst,
- Physiotherapie, Krankengymnastik und Massagen,
- Alternative Heilmethoden wie Osteopathie oder Akupunktur,
- Medizinische Hilfsmittel steuer absetzen: Dazu zählen Brillen, Kontaktlinsen, Hörgeräte, Gehhilfen und Prothesen,
- Orthopädische Einlagen oder Schuhe,
- Krankheits- oder pflegebedingte Heimunterbringung,
- Der eigenanteil reha steuerlich absetzbar sowie medizinisch notwendige Kuren,
- Fahrtkosten zu Ärzten, Therapeuten oder zur Apotheke.
Wichtig für Senioren: Auch krankenkosten steuerlich absetzbar rentner unterliegen denselben Regeln bezüglich der zumutbaren Belastung.
Nachweis der medizinischen Notwendigkeit
Ein zentraler Aspekt ist der rechtzeitige Nachweis der medizinischen Notwendigkeit. Besorge Dir ärztliche Atteste oder Verordnungen idealerweise vor Beginn einer Behandlung oder dem Kauf von Hilfsmitteln. Beachte zudem, dass nur Kosten berücksichtigt werden, die nicht bereits von der Krankenkasse oder einer Zusatzversicherung erstattet wurden.
Außergewöhnlich hohe Ausgaben
Wenn Du in einem Jahr mit hohen gesundheitlichen Belastungen konfrontiert warst, kannst Du durch die Steuererklärung einen Teil der Kosten zurückerhalten. Da die zumutbare Belastung mit steigendem Einkommen zunimmt, profitieren besonders Steuerzahler mit hohen Ausgaben im Verhältnis zu ihren Einkünften. Nutze am besten eine Checkliste für außergewöhnliche Belastungen, um sicherzustellen, dass Du keinen Beleg vergisst.
Zumutbare Belastung: Was du wissen musst
Die zumutbare Belastung definiert den Betrag, den Steuerpflichtige gemäß § 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) selbst tragen müssen. Erst wenn die Ausgaben diese Grenze überschreiten, wirken sie sich steuermindernd aus. Diese Regelung stellt sicher, dass nur außergewöhnliche finanzielle Lasten die Steuerlast reduzieren.
Die prozentuale Höhe der Belastungsgrenze orientiert sich an Deinem Gesamtbetrag der Einkünfte sowie Deinem Familienstand und der Anzahl Deiner Kinder.
Prozentsätze der zumutbaren Belastung
Für Steuerpflichtige ohne Kinder gelten folgende Sätze:
- Bis 15.340 € Einkünfte: 5%
- Über 15.340 € bis 51.130 €: 6%
- Über 51.130 €: 7%
Für Steuerpflichtige mit einem oder zwei Kindern reduzieren sich die Sätze:
- Bis 15.340 € Einkünfte: 2%
- Über 15.340 € bis 51.130 €: 3%
- Über 51.130 €: 4%
Bei drei oder mehr Kindern greifen die günstigsten Sätze:
- Bis 15.340 € Einkünfte: 1%
- Über 15.340 € bis 51.130 €: 1%
- Über 51.130 €: 2%
Berechnung der zumutbaren Belastung
Die Berechnung erfolgt stufenweise auf Basis des Gesamtbetrags der Einkünfte (GdE). Der GdE entspricht dem Bruttoeinkommen abzüglich der Werbungskosten. Zur Orientierung: Du kannst die Werbungskostenpauschale von 1.230 € abziehen; Alleinerziehende berücksichtigen zusätzlich den Entlastungsbetrag von 4.260 €.
Praxisbeispiele zur Veranschaulichung
Beispiel 1
Ein Ehepaar mit zwei Kindern und Einkünften von 27.500 € hat eine zumutbare Belastung von rund 671,00 €. Ausgaben für Krankheitskosten über diesen Betrag hinaus können sie steuerlich geltend machen.
Beispiel 2
Eine ledige Person mit einem Kind und 25.000 € Einkünften muss eine zumutbare Belastung von etwa 596,00 € selbst tragen. Kosten, die darüber liegen, sind abziehbar.
Beispiel 3
Ein kinderloses Ehepaar mit 45.000 € Einkünften hat eine Belastungsgrenze von 2.096,00 €. Nur wenn die medizinischen Ausgaben diesen Wert übersteigen, erfolgt eine Steuererstattung.
Rechtsprechung des BFH zu außergewöhnlichen Belastungen
Ein wegweisendes Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19. Januar 2017 (Az. VI R 75/14) hat die Berechnung der zumutbaren Belastung grundlegend verändert. Früher führte das Überschreiten einer Einkommensschwelle dazu, dass sofort der höhere Prozentsatz auf den gesamten Betrag angewendet wurde.
Dank der BFH-Rechtsprechung wird die zumutbare Belastung nun stufenweise berechnet. Das bedeutet, dass der höhere Prozentsatz nur für den Teil des Einkommens gilt, der die jeweilige Schwelle tatsächlich übersteigt. Diese Änderung führt für viele Steuerzahler zu einer niedrigeren Belastungsgrenze und somit zu höheren Steuererstattungen.
Aktuelle Entwicklungen und Rechtssicherheit
Die stufenweise Berechnung wurde durch weitere Urteile (Az. VI R 18/19 und Az. VI R 48/18) bestätigt. Damit besteht für Steuerpflichtige heute Planungssicherheit. Das Finanzamt wendet diese für den Bürger günstigere Methode nun standardmäßig an.
Zudem wurde klargestellt, dass der Gesamtbetrag der Einkünfte nicht um Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken gekürzt werden darf, um eine Gleichbehandlung aller Steuerzahler zu gewährleisten.
Strengere Nachweispflicht ab 2025
Ab dem Jahr 2025 ist eine Verschärfung der Nachweispflichten vorgesehen. Steuerpflichtige müssen die medizinische Notwendigkeit durch eine ärztliche Verordnung vor Behandlungsbeginn belegen können. Rein vorbeugende Maßnahmen ohne akuten Krankheitswert bleiben weiterhin vom Abzug ausgeschlossen.
Verfassungsmäßigkeit bestätigt
Im März 2022 wurde höchstrichterlich bestätigt, dass der Abzug einer zumutbaren Belastung verfassungsgemäß ist. Die Argumentation, dass Krankheitskosten das Existenzminimum berühren könnten, führte nicht zur Aufhebung der Belastungsgrenze. Damit ist die aktuelle Gesetzeslage gefestigt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie können Sie Medikamente von der Steuer absetzen?
Um Medikamente steuerlich geltend zu machen, müssen Sie die Rechnungen und die ärztliche Verordnung (Rezept) sammeln. Die Ausgaben werden in der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen eingetragen und wirken sich aus, sobald sie die zumutbare Eigenbelastung überschreiten.
Wie hoch sind die Zuzahlungen für Medikamente?
Bei gesetzlich Versicherten beträgt die Zuzahlung meist zehn Prozent des Preises, mindestens jedoch fünf Euro und maximal zehn Euro. Diese Zuzahlungen zählen zu Ihren Krankheitskosten und können zusammen mit anderen medizinischen Ausgaben abgesetzt werden.
Können Sie private Arztrechnungen von der Steuer absetzen?
Ja, Sie kann man private Arztrechnungen von der Steuer absetzen, sofern die Leistungen medizinisch notwendig waren und Ihnen die Kosten nicht von einer Versicherung erstattet wurden. Dies gilt auch für Honorare von Heilpraktikern oder Zahnärzten.
Ist es möglich, steuer medikamente ohne rezept abzuziehen?
In der Regel ist ein steuer medikamente ohne rezept-Abzug schwierig. Das Finanzamt verlangt fast immer einen Nachweis über die medizinische Notwendigkeit. Bei chronisch Kranken kann unter Umständen ein einmaliges Attest oder ein Dauerrezept ausreichen, um die Kosten für notwendige Präparate nachzuweisen.

